Ansichtskarten von ganz weit weg

Es gibt Tage, da möchte man an der Menschheit verzweifeln. Gerade im Augenblick gibt es ja mal wieder mehr als genug Anlass (ich spare mir die Aufzählung,  das macht nur schlechte Laune).

Und dann machen die felllosen Affen etwas wie heute: Landen ein kühlschrankgroßes Labor auf einem Kometen.
Mehr als eine halbe Milliarde Kilometer von ihnen entfernt.
Weil sie neugierig sind.
Weil sie sich davon Antworten versprechen.
Weil sie es können.

Völlig unabhängig davon, ob Philae nun sicher verankert ist und alle erhofften Tests wirklich durchführen kann: Das ist eine unglaubliche Leistung.  Eine wahrhaft historische Leistung (und ja, der Vergleich mit der Mondlandung ist zulässig) – und eine zutiefst und im besten Sinne  menschliche: Denn an ihrem Kern liegt die Neugier, das unbezähmbare Verlangen unsere Welt und durch sie auch uns verstehen zu lernen. Nicht Konkurrenz und Misstrauen, nicht Profitdenken: Neugier.

Klar, nach der Erfolgsmeldung müssen ein paar Politnasen selbige in die Kameras halten (in der Hoffnung, vielleicht, dass etwas von dem Erfolg abfärbt?) – was ein bisschen nervt, will man doch eigentlich die Wissenschaftler und Ingenieure hören, die an dieser Leistung beteiligt waren; ihre Freude mit- und nach-erleben. Aber so ist das nun einmal, und  ich gebe hier ja auch gerade als Auch-nicht-Beteiligter meinen Senf dazu, also sei es ihnen gegönnt.

Welt, lass mich doch bitte noch ein wenig mit all den unschönen Nachrichten in Frieden: Ich freue mich gerade mal, einer von den felllosen Affen zu sein. Das darf noch ein wenig anhalten.